Leitfaden für Verkaufende
Als Verkäufer*in hat man auf Cardmarket einige Verpflichtungen. Die höchste ist es, die eigenen Käufer*innen zufrieden zu stellen. Zu diesem Zweck gibt es ein paar Richtlinien. Diese gliedern sich in vier Hauptpunkte:
- Artikel zum Verkauf einstellen
- Artikel verschicken
- Kommunikation mit Kaufenden
- Umgang mit Streitigkeiten
1. Artikel zum Verkauf einstellen
Finde den korrekten Artikel
Es ist sehr wichtig, dass du deinen Artikel auf der richtigen Seite einstellst. Die meisten Sammelkarten haben mehrere verschiedene Versionen (unterschiedliche Editionen, Promos, etc.). Es ist entscheidend, dass du niemals einen Artikel auf der falschen Seite hochlädst. Zum Beispiel ist es nicht erlaubt eine Release Promo Karte als reguläre Foil Karte mit dem Kommentar „Release Promo Karte“ einzustellen. Dies wird im Fall einer Versendung zu einem ernsthaften Problem.
Verwende die korrekte Beschreibung
Im Normalfall wird die Kommentarsektion beim Einstellen von Artikeln nur sehr selten benutzt, da die wichtigsten Informationen von den vorgegebenen Einstellungsoptionen abgedeckt werden. Dennoch gibt es Ausnahmen, bei denen du ein paar zusätzliche Informationen bereitstellen musst. Zum Beispiel:
- Gestempelte Karten (GP oder Ähnliches)
- Beschädigte Karten (Bitte genauen Mangel angeben, bspw. Wasserschaden)
- Karten mit deutlichen Zustandsunterschieden auf der Vorder- und Rückseite
Wenn du zusätzliche Informationen bei einem Inserat angibst, sei so präzise wie es geht. Denk aber immer dran, dass Kaufende nicht automatisch langjährige Sammler*innen oder Spieler*innen sind, die alle Abkürzungen kennen. Bitte beachte auch, dass Cardmarket eine internationale Plattform ist. Daher solltest du sämtliche Kommentare auf Englisch veröffentlichen.
Sei streng bei der Zustandseinschätzung
Wir haben einen ausführlichen Leitfaden veröffentlicht, mit dem du genau den jeweiligen Kartenzustand bewerten kannst. Das Einschätzen des Zustands einer Magic-Karte ist keine Wissenschaft für sich, allerdings kann es Ausnahmefälle geben. Hier sind zwei Regeln, die dir bei der Bewertung von Karten helfen sollen:
- Gib im Zweifelsfall eine niedrigere Stufe an. Überbewertete Karten werden zu Beschwerden führen.
- Wenn eine Karte nicht so aussieht, als wäre sie brandneu, dann stelle sie bitte auch nicht als “Near Mint“ ein.
Liste keine widersprüchlichen Informationen auf
Auf Cardmarket gibt es zwei Arten von Informationen, um deine Angebote zu beschreiben: “maschinenlesbar“ und “freies Textfeld“. Die “maschinenlesbare“ Information enthält: Name, Set, Sprache, Kartenzustand, Foil, Signiert und Altered.
Diese Daten dürfen unter keinen Umständen durch einen Kommentar überschrieben oder modifiziert werden. Folgendes ist daher nicht erlaubt:
- Eine Karte mit einem anderen Namen als die angezeigte Karte (dann wäre es eine andere Karte).
- Eine Karte mit dem gleichen Namen, aber aus einem anderen Set kommt (suche nach der richtigen Karte+Edition und stell sie auf der richtigen Seite ein).
- Eine Karte mit der falschen Sprache als die angezeigte Karte (achte beim Einstellen auf die richtige Sprache).
Wenn es um die Einstufung einer Karte geht solltest du streng sein. Beachte, dass eine NM Karte nur dann NM ist, wenn Vorder- und Rückseite NM sind. Eine Karte mit dem Kommentar “NM/EX“ kann nicht als NM, sondern nur als EX eingestellt werden.
2. Artikel verschicken
Achte auf die Vollständigkeit aller Artikel bei Bestellungen
Bitte vergewissere dich vor dem Verschicken, dass du alle verkauften Artikel verpackt hast. Nichts ist für Kaufende frustrierender, als eine unvollständige Bestellung zu erhalten. Wenn dies passiert, verlieren beide Seiten Zeit und Geld, da du sicherstellen musst, dass die Kaufenden nachträglich die korrekten Artikel erhalten. Falls du bei der Versandvorbereitung bemerkst, dass etwas fehlt, dann verschicke die Bestellung nicht. Stattdessen kontaktierst du die Käufer*innen. Eventuell möchten sie die Bestellung eher stornieren, als eine unvollständige Lieferung zu erhalten.
Die allgemeine Regel lautet: Fehlt ein Artikel in einer Bestellung, müssen alle zur Behebung der Situation notwendigen Kosten (um den Kaufenden die fehlenden Artikel zukommen zu lassen) von den Verkaufenden getragen werden.
Achte auf die Richtigkeit aller Artikel bei Bestellungen
Dieser Punkt ist dem vorherigen sehr ähnlich: stelle sicher, dass Kaufende exakt das erhalten, was bestellt wurde. Achte also bitte darauf, dass alle Details der Artikel korrekt sind (Erweiterung, Sprache, 1. Edition). Du kennst die Präferenzen der Kaufenden nicht. Selbst wenn du denkst, dass die Erweiterung keine Rolle spielt, weil die Karte “das Gleiche tut“, könnten Kaufende die Karte bestellt haben, um sein Playset aus vier identischen Karten zu vervollständigen. Daher gilt: wenn irgendein Artikel der Bestellung nicht dem entspricht, was vereinbart wurde, dann verschicke die Bestellung nicht. Stattdessen kontaktierst du die Kaufenden. Alle Kosten, die durch den Versand falscher Artikel entstehen (wie z.B. Rücksendekosten oder zusätzliche Kosten für die Kaufenden) sind von den Verkaufenden zu tragen.
Kontaktiere Käufer*innen vor dem Versand, wenn es Probleme gibt.
Wenn es irgendein Problem gibt (fehlende Karte, Karte aus einer anderen Edition, eine zu optimistische Zustandsbeschreibung etc.), dann nimm mit den Kaufenden Kontakt auf bevor du die Bestellung verschickst. Nichts ist für Käufer*innen frustrierender, als einen Artikel zu erhalten, der nicht bestellt wurde. Da du als Verkäufer*in alle Kosten tragen musst, die aus diesem Fehler resultieren, tust du dir selbst einen großen Gefallen, indem du keine Bestellung versendest, die falsche Artikel enthält.
Achte auf die richtige Adressierung
Wenn du eine Bestellung versendest, musst du sicherstellen, dass du die korrekte Lieferanschrift verwendest. Achte bitte darauf, keine Informationen auszulassen. Es ist stets hilfreich die Adresse doppelt zu überprüfen. Wenn du das nicht tust, wirst du dich möglicherweise mit einer verlorenen Sendung herumschlagen müssen – nur weil du den zweiten Teil der Hausnummer vergessen oder zwei Zahlen in der Postleitzahl vertauscht hast.
Außerdem musst du sicherstellen, dass du eine gültige Rücksendeadresse (d.h. deine Adresse) angibst. Wenn die Sendung aus irgendeinem Grund nicht zugestellt werden kann, wird der Brief wieder zurückgeschickt. Dies geschieht jedoch nur, wenn du eine Rücksendeadresse auf der Sendung angibst. Darüber hinaus ist es für Kaufende hilfreich die richtige Bestellung auf Cardmarket zu identifizieren, wenn du eine Rücksendeadresse angibst. Es gibt professionelle Käufer*innen, die Dutzende von Bestellungen auf einmal bekommen. Ohne Adresse auf dem Brief ist es dann sehr schwer diese Bestellung zuzuordnen. Dies führt zu extrem verspäteten Ankunftsbestätigungen.
3. Kommunikation mit Kaufenden
Antworte rechtzeitig
Als Verkäufer*in hast du dafür zu sorgen, dass Bestellungen zur Zufriedenheit der Kaufenden abgewickelt werden. Selbst wenn du noch so vorsichtig bist und alle Richtlinien befolgt hast, kann es trotzdem zu einem Problem mit einer Karte kommen. Dann ist ordentlicher Service sehr wichtig. Und der wichtigste Teil ist, dass du immer rechtzeitig auf jede Nachricht von Kaufenden antwortest. Nichts ist schlimmer, als Verkäufer*innen zu kontaktieren, die einen Fehler gemacht haben, nur um herauszufinden, dass diese nicht auf Nachrichten antworten. Es wird sich für Käufer*innen so anfühlen, als ob du dich nicht um Bestellungen kümmerst, die du verschickst. Tu das nicht.
Als Verkäufer*in solltest du in der Regel innerhalb von 24 Stunden auf die Nachrichten von Käufer*innen antworten. Gelegentlich kann es länger dauern, aber als Faustregel gilt, dass Antworten, die länger als zwei Arbeitstage inakzeptabel sind. Bitte beachte, dass einfache Ablehnungen (“Hallo, es tut mir leid, aber eine Karte fehlte in meiner Bestellung bei Ihnen“ – “Nein, tut sie nicht“) keine zu akzeptablen Antworten darstellen. Du solltest immer bereit sein, Kompromisse einzugehen und Lösungen für auftretende Probleme zu finden. Und wenn du keine Einigung erzielen kannst, dann solltest du dich an unseren Support wenden, die Situation erläutern und nach einer Empfehlung oder einem Schlichtungsgespräch fragen. Dafür sind wir da.
Bitte beachte, dass wir Verkäufer*innen sanktionieren, die nicht auf Käufer*innen Anfragen antworten.
Sei Respektvoll
Wenn du auf Cardmarket kommunizierst, dann stelle bitte sicher, dass du stets höflich bist und die passende Sprache verwendest. Nimm dir ein paar Sekunden Zeit, um die Nachricht mit einem persönlichen Gruß an deine Käufer*innen zu starten. Dies erleichtert die anschließende Kommunikation für alle Beteiligten. Gute Kommunikation ist der Schlüssel zur Lösung von Problemen. Du kannst dir nicht vorstellen, wie viele kleine Konflikte in große Probleme übergehen, nur weil die handelnden Personen eine unsachgemäße oder beleidigende Sprache verwenden.
Wie man mit fremden Sprachen umgeht
Cardmarket ist eine europäische Plattform. Wir haben Nutzer*innen aus vielen verschiedenen Ländern. Dementsprechend ist es sehr wahrscheinlich, dass du Käufer*innen aus anderen Ländern haben wirst. Wenn du international auf Cardmarket verkaufst, sollte die Kommunikation standardmäßig auf Englisch erfolgen. Du kannst unbekannten nicht in deiner Muttersprache antworten und ebenso wenig können die von erwarten, dass du eine Nachricht in deren Sprache lesen kannst. Deswegen ist Englisch der richtige Weg.
Über die Jahre haben wir gemerkt, dass viele Probleme durch schlichte Missverständnisse entstanden sind. Es gab Fälle, in denen sowohl Kaufende als auch der Verkaufende die gleiche Lösung für ihr Problem angeboten haben (sie stimmten miteinander überein). Durch ihre schlechte Kommunikation auf Englisch haben sie sich aber einfach gegenseitig nicht verstanden.
Das ist auch ein Grund, warum wir dringend davon abraten, Google-Übersetzer oder andere maschinelle Übersetzer zu benutzen. Wenn dein Englisch nicht gut genug ist, um eine normale Konversation zu führen, die bei einem Verkauf auf Cardmarket immer entstehen kann, dann solltest du in den “Verkaufsoptionen“ den Verkauf in andere Länder deaktivieren. Falls du dennoch auf eine Sprachbarriere mit einem anderen Benutzer stoßen solltest, dann wende dich bitte an unseren Kundensupport. Wir helfen gerne bei der Vermittlung.
4. Umgang mit Streitigkeiten
Beschwerden über fehlende Artikel
Wenn du eine Beschwerde erhältst, dass Artikel fehlen, solltest du als Erstes deinen Bestand nochmals kontrollieren. Unserer Erfahrung nach liegt der häufigste Grund für fehlende Karten darin, dass Verkäufer*innen einfach vergessen haben, sie zu versenden. Wenn du die Karte findest, kannst du mit den Kaufenden besprechen, ob du die fehlende Karte in einer separaten Sendung nachschickst (zusätzlich anfallende Kosten sind von dir zu tragen) oder ob eine Rückerstattung besser wäre. Wenn du die Karte nicht finden solltest, dann ist eine Rückerstattung in der Regel die schnellste Lösung.
Achtung: Fehlt eine Karte, können Kaufenden Mehrkosten entstehen, wenn die Karte später bei anderen Verkäufer*innen gekauft werden muss (der Kartenpreis kann sich geändert haben, und meistens müssen zusätzliche Versandkosten bezahlt werden). Diese zusätzlichen Kosten müssen von den Verkaufenden bezahlt werden. Daher stelle bitte immer sicher, dass du niemals unvollständige Bestellungen versendest!
Beschwerden über Artikelbeschreibungen (Kartenzustand, Version etc.)
Dies ist das häufigste und auch “kniffligste“ Problem beim Verkaufen von gebrauchten Sammelkarten: Es gibt so viele Karten im Umlauf, dass du mitunter die Edition oder die Sprache falsch verstehst. Darüber hinaus müssen gebrauchte Sammelkarten mit einer Zustandsbeschreibung eingestuft werden. Leider bringt das Einstufen von Karten immer eine gewisse “Subjektivität“ mit sich. Ab einem gewissen Punkt wird daher den meisten Verkäufer*innen in ihrer Verkaufshistorie eine falsche Einstufung des Kartenzustandes unterlaufen.
Angesichts der angesprochenen Subjektivität müssen die meisten dieser Probleme zwischen Verkaufenden und Kaufenden besprochen werden. Dennoch geben wir im Folgenden ein paar bewährte Vorgehensweisen:
- Fehler passieren. Selbst wenn du dir 100% sicher bist, dass du die richtige Karte geschickt hast, könnte es einen Fehler gegeben haben. Höre dir deshalb immer an, was die Kaufenden zu sagen haben.
- Die Einschätzung des Kartenzustands ist subjektiv und bei kleineren Diskrepanzen gibt es kein “richtig oder falsch“. Eine der häufigsten Diskussionen auf Cardmarket lautet: “Ist diese Karte NM oder EX?“. Die Wahrheit liegt meistens zwischen den beiden Angaben und deshalb ist es am besten zu akzeptieren, dass es ein Problem gibt. Weder Kaufende noch Verkaufende liegen hier falsch.
- Wenn du mit einer Zustandsbeschreibung einer Karte ein Problem hast (wie die NM oder EX Frage), dann ist unsere Faustregel, dass eine 10%ige Rückerstattung des Wertes der Karte eine angemessene Entschädigung ist.
- Wenn du in einer festgefahrenen Diskussion steckst, dann kontaktiere bitte den unseren Support. Bitte beachte jedoch, dass wir in den meisten Fällen nicht bei der Beantwortung der Frage “Habe ich diese Karte richtig eingestuft“ behilflich sein werden. Aber wir werden dabei helfen, zu einem Kompromiss oder einer Lösung zu kommen, die hoffentlich beide Seiten glücklich macht.
Wenn du also eine Beschwerde erhältst, dann verweigere nicht die Kommunikation. Stattdessen solltest du dir das Problem anhören und versuchen, einen gemeinsamen Kompromiss zu finden. Wenn das nicht möglich erscheint, dann kontaktiere bitte unser Support-Team und lasst uns vermitteln.
Für mehr Informationen besuche bitte: diese Seite
Eine passende Rückerstattung veranlassen
Manchmal gibt es keine andere Möglichkeit, als die komplette Transaktion “rückgängig“ zu machen. Das bedeutet, dass Käufer*innen die gesamte Bestellung zurückschicken müssen, um eine volle Rückerstattung zu erhalten. Derzeit gibt es auf Cardmarket keine “eingebaute“ Rücksendungsfunktion. Daher muss diese “manuell“ durchgeführt werden. Hier sind ein paar Richtlinien:
Informiere Cardmarket über die Rücksendung
Wenn eine Rücksendung vereinbart wurde (und auch wenn sie nicht vereinbart wurde), informiere bitte Cardmarket darüber. Eine einfache Nachricht wie “Karten X, Y und Z werden zurückgeschickt, weil es ein Problem gab“ reicht vollkommen aus. Aber wir müssen in jedem Fall informiert werden, damit wir behilflich sein können.
Die Lieferung verwendet den Trustee Service von Cardmarket
Wenn eine Bestellung durch den Trustee Service abgesichert ist, dann befindet sich das Geld eventuell noch bei Cardmarket. In diesem Fall kannst du den Käufer*innen einfach eine Rückerstattung für die Versandkosten senden und die Bestellung an dich zurückschicken lassen. Sobald du die Rücksendung erhalten hast, kannst du eine weitere Erstattung für den Artikelwert veranlassen. Erst dann sollten Kaufende die Ankunft bestätigen, um die Transaktion abzuschließen.
Sollten die Käufer*innen den Erhalt der Bestellung bereits bestätigt haben und die Bestellung dadurch als „abgeschlossen“ gelten, kontaktiere bitte den Kundensupport für weitere Anweisungen zur Abwicklung der Rücksendung.
Bestellungen ohne Trustee Service
Bei kleineren Bestellungen, die den Trustee Service von Cardmarket nicht in Anspruch nehmen, leistet man als Verkäufer*in, die Rückerstattung über “Versandkosten + Artikelwert“, sobald man die beanstandete Ware zurückerhalten hat, selbst. Die Versandart der Rücksendung sollte identisch mit der sein, die du verwendet hast. So wird eine ähnlich hohe Sicherheit bei gleichzeitig möglichst niedrigen Kosten gewährleistet.
Wenn du Fragen hast, die in diesem Leitfaden nicht behandelt wurden oder Probleme hast, die nicht erwähnt wurden, dann kontaktiere bitte unser Support Team. Wir helfen dir gerne dabei, etwaige Probleme zu lösen.